Aus dem Leben einer Tragemama

Obwohl es immer populärer wird sein Baby zu tragen statt zu schieben, wird man oftmals immernoch komisch angeguckt. Leider bleibt es oft nicht beim doof gucken, einige Menschen fühlen sich genötigt einen passenden Kommentar dazu abzugeben. Diese Kommentare sind nicht immer ganz so nett. Hier meine kleine Sammlung aus dem ersten Lebensjahr des Grinsekaters.

#1 – September 2015: Der Grinsekater schläft in der Tragehilfe. Schnarcht sogar ein bisschen. Kommentar einer Frau im Vorbeigehen: „Net so nah an die Titten, des Baby. Dass die auch Luft kriegen, die Kinder.“ Ich schaue sie schockiert an (wegen der Wortwahl). „Is net bös gemeint, gell.“

#2 – Ende September 2015: Ich steh an der Kasse im Supermarkt, der Grinsekater wird unruhig, weil es nicht mehr wackelt. Ich fange an zu schaukeln. Sagt die ältere Dame vor mir: „Nicht so doll wackeln – soll man nicht.“

#3 – Dezember 2015: Ich stille im Café. Als ich fertig bin und den kleinen Grinsekater neben mich auf die Bank lege, fragt eine ältere Dame: „Wie alt ist er denn?“ – „Fünf Monate.“ – „Ach, da hab ich auch noch gestillt. Wo ist denn Ihr Wagen?“ – „Hab keinen.“Okay, das war gelogen, aber ihr Blick war unbezahlbar. Gesagt hat sie aber nichts mehr.

#4 – Dezember 2015: Ich laufe an einem alten Typen mit Ohrring vorbei. Er sagt irgendwas und lacht. Als ich wieder an ihm vorbei komme, zeigt er auf meine Füße und sagt: „Und Plattfüße kriegt se auch.“ … Zum Glück hab ich den ersten Satz nicht gehört!

#5 – Februar 2016: Beim Sport. „Was, der wiegt schon 10kg mit einem halben Jahr?“ – „Genau. Und er ist ein Tragebaby.“ – „Boah, das musst du dem aber mal langsam abgewöhnen. Setz ihn doch mal in den Kinderwagen.“ … Ich hab dazu nichts gesagt. Nach der Stunde packe ich ihn in unseren schicken Ringsling. „Das ist ja cool, sowas hab ich ja noch nie gesehen. Voll praktisch!“

#6 – Juni 2016: Am Flughafen in der Schlange vor der Gepäckabgabe. Nachdem der Grinsekater eine ganze Weile toben und krabbeln durfte, hab ich ihn in die Trage gepackt. Kommentar hinter uns: „Jetzt wird er endlich festgebunden.“

 #7 – Juni 2106: Heute mal nicht von mir, aber ich stand daneben. Baby schläft im Tuch vorm Bauch. Eine andere Mama steht daneben und meint: „Das Kind sieht aber nach zu wenig Sauerstoff aus.“ Mir hingegen hatte an dem Tag beim Einkaufen ein Mann erklärt, wie gemütlich der Grinsekater es doch auf meinem Rücken habe und dass er sich da ja nur wohl fühlen könne, so nah bei Mama. „Da kann er ja nur brav und lieb sein.“

Antonia

Ich bin ich und du bist du. Und das soll so bleiben.

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