Funktionskleidung mal anders definiert?

Es ist jetzt schon eine Weile her, seit meine Blogollegin Meike ihre Gedanken zum Thema Funktionskleidung veröffentlichte. Ich musste damals direkt an meine Suche nach einer Tragejacke denken. Vielmehr hatte ich zunächst nach einem Trageponcho gesucht. In einer Facebook-Gruppe war ich auf ein Bild aufmerksam geworden und da wollte ich mal schauen, was so etwas kostet. Der dort genannte Trageponcho war allerdings längst nicht mehr zu haben, also schaute ich nach Alternativen.Und davon gab es jede Menge und würde ich heute wieder suchen, fände ich bestimmt doppelt so viele Angebote. Der Tragemarkt boomt! Aber fragt ihr euch vielleicht gerade worum es geht? Tragejacke? Trageponcho? Sind die nicht alle zum Tragen?

Also mal ganz von vorne. Ich habe ein Baby und Babys möchten getragen werden. Unser Baby wohnte in seinen ersten Monaten ausschließlich auf uns, ablegen war nicht erwünscht, das fand er doof. So kamen wir zum Tragetuch. Wir machten eine Trageberatung – eine kleine Investition, die ich jeder frisch gebackenen Mami ans Herz legen kann. Die Trageberaterin zeigte uns Wickeltechniken mit dem Tuch, beriet uns bei der Länge und zeigte uns ergonomisch gut geeignete Alternativen zum Tuch. Seit dem tragen wir fröhlich unseren Grinsekater durch die Gegend. Anfangs nur vorne, mittlerweile auch auf der Hüfte und sogar hinten. Huckepack strampelnd begleitet mich der Grinsekater zum „Mamatanzen“ und manchmal inspiriert ihn die Musik sogar zum Mitsingen.

Ich bin also eine Tragemama, die ihr Baby am Liebsten durch die Gegend trägt. Und genau da kommt die sogenannte Tragejacke bzw. der Trageponcho ins Spiel. Das ist eine Jacke bzw. ein Poncho für mich und meinen Tragling (süße Bezeichnung, oder? Beim Impfen ist er übrigens ein Impfling.). Der Tragling passt mit unter die Jacke, damit wir es auch in der kalten Jahreszeit beide kuschelig und warm haben. Es gibt diese Jacken in allen Varianten, Ponchos sicher auch, aber von denen habe ich mich verabschiedet. Die hängen einfach sehr unvorteilhaft. Es gibt leichte Jacken für den Herbst und den Frühling oder warme für den Winter. Es gibt Tragefleecejacken und Tragehoodies. Manche sind nur für Traglinge, die man vorne trägt, andere sind auch so flexibel, dass man auch einen Huckepack-Tragling mit einpacken kann. Preislich ist ebenfalls alles möglich. Ich traue mich gar nicht, nochmal danach zu schauen.

Ich habe für euch auch zwei Beispiele. Das erste zeigt, wie gut der Grinsekater in die Tragejacke passt. Im Hintergrund die neidischen Alpakamamas.

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Das zweite Bild zeigt uns bei der Anprobe einer solchen Tragejacke – hier das Modell der Firma Mamalila. Das An- und Ausziehen ist gar nicht so einfach und an solche Details wie dem Grinsekater vorher eine Mütze aufzusetzen muss man sogar denken bevor man ihn auf den Rücken packt. Es ist übrigens auch nicht die Tragejacke, die den Tragling trägt, sondern ich. Und zwar trage ich ihn mit einer Tragehilfe oder einem Tragetuch, das man durch die Jacke nicht sehen kann. Deswegen sind viele Muggel wahrscheinlich so fasziniert.

Also nicht mal die Tragejacke hat eine Tragefunktion, sondern man zieht sie einfach über, wenn man sein Kind trägt. Nicht mal hier passt der Begriff Funktionskleidung. Schade. Aber hauptsache wir haben es kuschelig.

 

 

Antonia

Ich bin ich und du bist du. Und das soll so bleiben.

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