Zukunftsnachrichten

Seit vorgestern spielt der Film „Zurück in die Zukunft“ doch tatsächlich in der Vergangenheit. Genau die richtige Gelegenheit für diesen kleinen Nachruf aus der Zukunft, den ich am Mittwoch entdeckt habe. Er stammt aus der Zeitung „Die Europa-Zeit“ aus dem Jahr 2027, die aus einem vorbeifahrenden DeLorean fiel.

Vor fünfzehn Jahren landete der Droide „Curiosity“ – damals nannte man Droiden noch Roboter – auf unserem wichtigsten Nachbarplaneten Mars. Was für einen Aufruhr es damals gab, als man feststellte, dass der Bohrer nicht ausreichend sterilisiert worden war. Dabei ahnte noch niemand, dass dieser kleine Fehler uns aus der Krise rettete und uns zu einer Weltmacht sondergleichen machte. Die vereinigten europäischen Staaten (UES) im heutigen Sinne gab es noch nicht – damals waren es noch einzelne Länder, die sich unter dem Namen Europäische Union (EU) vertraglich zusammengeschlossen hatten. Und die EU steckte 2012 in einer gewaltigen Krise. Die damalige Währung war aufgrund der so differenten Politik der damals noch selbstständigen Länder in Verruf geraten und verlor massiv an Wert. Anfangs waren es nur Griechenland und Spanien, doch Italien und auch Deutschland folgten und wurden zahlungsunfähig. Die damaligen Flüchtlingsströme verschärften die Situation nur noch.

So auswegslos die Situation damals schien, um so überraschender, dass ein kleiner Droide namens „Curiosity“ (dt. Neugier), behaftet mit Keimen, die Rettung war. Der Droide war ausgestattet mit deutsch-italienischer Technik von den beiden Biophysikern Alberto und Onestone entwickelt. Eigentlich hatten beide damals für die US-amerikanische Raumfahrtsbehörde NASH gearbeitet, doch die wollte nichts mehr von dem Projekt wissen, als die Proteste um die Verunreinigung des Mars laut wurden. Offiziell waren Alberto und Onestone nur von der ehemaligen europäischen Raumfahrtbehörde ESH ausgeliehen worden und wurden mitsamt ihrer Technik des Landes verwiesen. Für die finanziell sowieso schon angeschlagene EU hätte das den Ruin bedeutet, wenn sich nicht heraus gestellt hätte, dass es sich bei den auf den Mars geschleppten Keimen um Soja-Sprossen gehandelt hatte. Durch den nahrhaften roten Marsboden war eine neue Sojasorte entstanden, die heute unser wichtigstes Nahrungsmittel und Exportgut darstellt. Um die EU damals also zu retten, schlossen sich die Länder noch enger zusammen und wurden zu dem jetzigen Europäischen Staat mit der Währung Sudo. Sogar die ehemaligen Nachbarländer Schweiz und Norwegen wurden damals Teil der vereinigten europäischen Staaten (UES). Die Helden Alberto und Onestone wurden auf den Sudomünzen verewigt und ein Abbild des Droiden „Curiostity“ ziert bis heute unser Staatswappen. Der Sudo floriert auch heute noch – sieben Jahre nach der Vereinigung – und hält einen stabilen Kurs. Dank eines kleinen Droiden mit einem Sojakeim am Fuß wurde aus dem ehemaligen Europa die einzigartige Weltmacht UES. Es lebe Curiosity!

mmf

Antonia

Ich bin ich und du bist du. Und das soll so bleiben.

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