Facebook-Abstinenz ohne Folgen?

Die Zeit von Aschermittwoch bis Ostern ist bei uns gemeinhin als Fastenzeit bekannt. Seit letztem Jahr nutze ich die Fastenzeit, um mal auf das ein oder andere zu verzichten. Letztes Jahr habe ich mich nur vegan ernährt, dieses Jahr verzichte ich auf Zucker, Weizen und auf Facebook. Der Verzicht auf Facebook gibt mir Anlass einen neuen Blogeintrag zu verfassen.

Die ersten drei Tage waren die schlimmsten. Schon morgens nach dem Aufstehen habe ich mich erwischt, wie ich auf dem Handy mal kurz bei Facebook schauen wollte. Zum Glück hatte ich die App und den Messenger gelöscht. Die Bewegung mit dem Daumen auf das Symbol war aber kaum mehr als eine schockierende Gewohnheit. Nicht ein Mal habe ich seither das Bedürfnis verspürt mich bei Facebook ein zu loggen. Mir fehlt nichts – der Verzicht ist einfacher als ich dachte. Schwieriger scheint das jedoch für meine dortigen Kontakte zu sein. Da ich mein Profil nicht deaktiviert habe, bin ich offensichtlich immer noch virtuell präsent.

Ab und zu erreichen mich solche Nachrichten über andere Kanäle: „Du, ich hab dir da mal was geschickt… ups, du bist gerade nicht bei Facebook, stimmt’s?“ oder „Hab ich dich nicht zu meiner Feier eingeladen? Achso, das war bei Facebook…“. Besonders interessant fand ich auch die Frage, ob man mir denn trotz meines Fastens auch mündlich etwas aus Facebook erzählen dürfe.

Meine Fastenzeit hat zwar (überraschenderweise) keinerlei Folgen für mich persönlich, jedoch hat sie einige für meine Freunde. Offenbar ist es ein Eingriff in ihre Gewohnheiten. Ihr Alltag wird durcheinander gebracht. Ein schlechtes Gewissen habe ich deswegen nicht, denn es kann auch sehr gut tun alte Pfade zu verlassen. Facebook hat unser aller Leben schon ziemlich stark im Griff.

Fazit: Nicht nur der Körper muss manchmal entgiftet werden, auch dem Geist tut eine solche Entschlackung gut.

Antonia

Ich bin ich und du bist du. Und das soll so bleiben.

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1 Response

  1. Nadine sagt:

    Wo du recht hast hast du recht, ich logge mich zwischendurch auch einfach mal komplett aus um Ruhe zu haben, erwische mich aber dennoch wie ich die app anklicken möchte, lasse es dann aber sein.
    Facebook ist mehr ins Leben integriert als man annehmen möchte.

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